Bergbau

Im Jahre 1571, am 10. September kam es zwischen Christoph von Manderscheid, Abt von Prüm (1546-1576), und Jakob, Erzbischof zu Trier zu einem Vertrag, der die beiderseitigen Hoheitsrechte regelte; auszugsweise heißt es darin:

„Die Bergwerke im Amte Schönberg gehören beiden Herren gemeinsam; der Zehnte und die Nutzbarkeit davon werden wie die Bußen geteilt; beide Herren verleihen die Bergwerke gemeinsam.“[1]

Ob es damals allerdings schon Bergbau in Winterscheid gab ist damit nicht erwiesen.
Zahlreiche Hinweise in der Literatur bezeugen den Winterscheider Bergbau, doch eine umfassende Darstellung ist nicht zu finden. So wird der ‚Emilienberg bei Winterscheid‘[2] erwähnt, oder es heißt:
„Auch zu [...] Winterscheid hat man Kupfererze gefunden.“[3] Lediglich Wemmer konkretisiert dies in einem Satz:

„Auf der Grube Emilienberg bei Winterscheid sind mehrere unbauwürdige Gänge bekannt, auf welchen Bleierze in einer Gangart aus Brauneisenstein, Schwerspat, Ton und Grauwackeschiefer brechen.“[4]

Hartmut Schmeltzer schreibt in Mineralfundstellen, Bd. 6, S.112 dazu:

„Auf der Grube ‚Emilienberg‘ bei Winterscheid sind mehrere Gänge mit Bleiglanz, Limonit und Baryt bekannt.“ [vgl. Wemmer, der bei Schmeltzer als Quelle angegeben ist].

Die Bedeutung des Bergbaus im Industriezeitalter wird von Richard Graafen[5] etwas eingegrenzt:

„Die rauhe Schnee-Eifel im Nordteil des Kreises bedingt hier die niedrigsten Dichtewerte des gesamten Eifelgebietes. In dieser weiten Fläche sind sogar Gemeinden mit Dichtewerten unter 10 E/km² keine Seltenheit. Selbst die Blei- und Kupfervorkommen in Bleialf, Kobscheid, Schlausenbach, Oberlascheid, Winterscheid und Großlangenfeld vermochten die Gemeindedichtewerte nicht über 20 E/km² zu heben mit der einzigen Ausnahme von Bleialf selbst, das mit 365 Einwohnern und einer Dichte von 49 E/km² seine Nachbargemeinden weit übertraf.
[...]
Damals waren die Menschen überall im Rheinland sehr von der Landwirtschaft abhängig, und die Abwanderung aus der Eifel, welche Preisgabe einer noch so dezimierten und unzulänglichen Bauernwirtschaft voraussetzte, bedeutete meistens eine Verschlechterung der Lage; denn auf ausschließlich gewerblich/industrieller Grundlage gab es damals im allgemeinen noch kein Auskommen. Selbst das ledige Gesinde und die ständig zahlreicher werdenden Tagelöhner hatten wenig Veranlassung das Eifelgebiet zu verlassen, weil die Landwirtschaft anderswo nicht besser entlohnte.“


[1] Q 37, S. 14 P. 22
[2] Q 23
[3] Q 5
[4] Q 34
[5] Q 68, Seite 28, 43

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